Netzteile für Laststromkreis - ein großes oder mehrere kleine Netzteile verwenden?

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  • Gast

    #1

    Netzteile für Laststromkreis - ein großes oder mehrere kleine Netzteile verwenden?

    Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich gerade mit der Planung eines Loxone-Projektes.

    Bisher gehe ich davon aus, ca. 1000W im Laststromkreis zu benötigen, wenn sämtliche Leuchtmittel eingeschaltet sind. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man einfach ein entsprechend großes Netzteil nimmt, oder mehrere kleine in Parallelschaltung. Neben der Ausfallsicherheit wäre mir auch der Stromverbrauch im unbelasteten Modus (dürfte ja die meiste Zeit der Fall sein) wichtig. Natürlich hat ein großes Netzteil geringere Standby-Verluste als 4 kleine in Summe. Meine Idee wäre aber, z.B. 4 Netzteile mit jeweils ca. 250 Watt über die Relais des Miniservers je nach Bedarf zu steuern.

    Was haltet ihr davon eine Logik zu implementieren, die z.B. Netzteil #2-4 nur bei Bedarf mit Strom versorgt?
    Das wäre aus meiner Sicht auf verschiedenen Wegen umsetzbar:
    - Berechnung des Strombedarfs aufgrund der Anzahl und Helligkeitsstufen der gesteuerten Lampen
    - Messung des Strombedarfs über ein Ampermeter und Zuschaltung weiterer Netzteile wenn ein Schwellwert überschritten wird
    - Nutzung der DC OK Kontakte z.B. an Puls-Netzteilen -> wenn der Kontakt offen ist und damit eine instabile Versorgungsspannung anzeigt, weitere Netzteile zuschalten

    Die beste Lösung wäre vermutlich eine Kombination mindestens der ersten und letzten Methode. Auf diesem Weg könnte der Standby-Strombedarf stark reduziert werden und gleichzeitig der Ausfall eines Netzteils jederzeit erkannt und kompensiert werden.
    Der Miniserver wird über ein separates Netzteil dauerhaft mit Strom versorgt.

    Was haltet ihr davon? Hat jemand sowas schon mal probiert?
  • THX
    Lox Guru
    • 06.01.2016
    • 1499

    #2
    Also ich verwende immer mehrere kleine Netzteile. Die Netzteile lasse ich immer durchlaufen.
    Das Thema Ausfallsicherheit hat man so schon ganz gut abgedeckt.
    Von "teuer" Enertex Netzteile bis "günstig" Meanwell Netzteile habe ich schon alles verwendet.

    Über das Thema "Standby Verluste" bei den Netzteilen habe ich mir bisher nicht so viele Gedanken gemacht. Falls hier jemand Zahlen hat (z.B. Vergleich Enertex, Meanwell, ...) würde mich das auch mal interessieren.

    Die Parallelschaltung von Netzteilen (zur Leistungserhöhung) habe ich bisher auch immer vermieden.
    Dadurch ist auch das Thema sekundärseitige Absicherung (je nach Kurzschlussverhalten der Netzteile) kein großes Thema.

    Mit Netzteilen (ab ~8A) hat man meist auch ein Platzproblem (Tiefe) in normalen Unterverteilungen.
    Wenn du Netzteile EIN- und AUS- schalten solltest, schau dir jedenfalls die Einschaltströme an (ggf. Einschaltstrombegrenzung einbauen).

    Meine Herangehensweise bedarf natürlich einiges an Planung/Auslegung, weil ich rechne mir jeden Kreis durch und teile dann die Netzteile entsprechend auf.

    Die EINE Lösung wird es hier vermutlich nicht geben weil es auch noch abhängig von eigenen Vorlieben ist



    Die Enertex 160-24 kannst du z.B. parallel betreiben und die passen in normale Unterverteilungen.

    1NT 160W
    2NT 300W
    3NT 450W
    Zuletzt geändert von THX; 07.01.2021, 10:14. Grund: Ergänzung zum Parallelbetrieb von Enertex Netzteilen
    Smarthome: Überläufer vom KNX Lager --> Loxone Fan der ersten Stunde --> Loxone killed the KNX star
    DvD: Diverse KNX und Loxone Mischinstallationen, aber auch Loxone "Exclusive" Projekte im Freundeskreis und Zuhause
    Netzwerk: Ubiquiti / Unify Fan (USG, Cloud Key, ...)
    Audio/Video: Heimkino FAN -- Dolby Atmos 5.1.2 (alles von FOCAL)

    Kommentar


    • THX
      THX kommentierte
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      @loxtux

      Ohne die tatsächlichen Werte zu kennen bzw. deine Annahme zu prüfen, würde das also überschlagsmäßig heißen.

      100 kWh - 200 kWh / a
      bei ~20 Cent pro kWh (AT zwischen 17 Cent - 24 Cent)

      ==> BEST CASE 17€; WORST CASE 48€ / a

      Jetzt müsste man noch bewerten:

      * Wie oft können die NT wirklich abgeschaltet werden
      * Was kostet die Abschaltung (Hardware, Verkabelung, Arbeitszeit, "Verschleiss/Wartung")
      * Eventueller Komfortverlust (durch "Wartezeiten")
      * ...

      Spannende Aufgabe jedenfalls, vielleicht willst du das Thema ja mal aufarbeiten 😁😁😁

    • Miep Miep
      Miep Miep kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Das Enertex hat so um die 5% Verlust und ist damit recht gut. Für ein 160W Netzteil ist es recht klein und passt recht gut auf die Hutschiene

    • Gast
      Gast kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hier in Deutschland sind die Stromkosten aktuell eher bei 30 Cent pro kWh, aber in jedem Fall ist die Einsparung sicher nicht besonders groß.
      Ich finde aber elegant, dass es keiner zusätzlicher Hardware bedarf (wenn noch Relais und Digitaleingänge frei sind). Ich würde auch vermuten, dass die Abschaltung die Lebensdauer der Netzteile und der übrigen Komponenten eher erhöht (geringere Temperatur im Schaltschrank).

      Außerdem ermöglicht so eine Schaltung natürlich, die eingeschalteten Netzteile im Bereich > 50% Last zu betreiben, in dem sie viel effizienter arbeiten.
  • Michael Sommer
    Lox Guru
    • 25.08.2015
    • 1956

    #3

    Gast
    Netzgeräte auf der Sekundärseite parallel anzuschließen halte ich für keine Lösung. Wenn doch, müssen folgende Regeln sollte man bei der Parallelschaltung von Netzteilen einhalten:
    1. Nur Netzteile mit gleicher Charakteristik und Leistungsstufe parallel betreiben.
    2. Die Netzteile an Orten mit möglichst identischen Umgebungsbedingungen montieren.
    3. Netzteile vorzugsweise nebeneinander, nicht übereinander anordnen.
    4. Ausgangsspannung der Netzteile im Leerlauf (ohne Anschlussleitungen) auf den gleichen Wert justieren.
    5. Alle Anschlussleitungen sollten gleich lang sein und denselben Querschnitt besitzen.
    6. Leitungen an der Last zusammenführen, nicht an den Netzteilen. Hierdurch wird eine bessere Symmetrie erreicht.
    7. Im betriebswarmen Zustand unter Last die Netzteile nochmals auf den gleichen Spannungswert justieren, um die Temperaturdrift zu kompensieren.
    8. Rückspeisesicherung z.B. mittels Dioden. Zu beachten, dass die Dioden eine entsprechende Strombelastbarkeit und Störfestigkeit aufweisen müssen.


    Als Nachteilig an einer Parallelschaltung finde ich, dass bei Ausfall eines Netzgerätes der benötigte Lastbedarf von den Anderen mit übernommen werden muss. Solange der Anlagen-Leistungsbedarf geringer ist als die verfügbare Netzgeräteleistung, funktioniert alles problemlos. Sobald aber der Anlagen-Leistungsbedarf höher ist als die verfügbare Leistung, werden nach einiger Zeit immer mehr Netzgeräte überlastet und abschalten, was zu Störungen bzw. zum Ausfall von Funktionseinheiten führen kann.
    Hardwareausführung entsprechend der Auflistung von Punkt 1-8.

    Für mich die einzig Sinnvolle Anwendung die ich umsetzen würde, ist die von parallel geschalteten Netzteilen bei einem redundanten Versorgungskonzept. Um bei Ausfall eines Netzteils den Gesamtstrom weiterhin bereitzustellen, ist zusätzlich zu diesen Netzteilen mindestens ein weiteres Netzteil als Ersatzgerät einzusetzen (n +1 oder Mehrfach-Redundanz). Das bringt natürlich nur etwas, wenn viele Netzgeräte zur Leistungsabdeckung projektiert werden.

    Wenn möglich würde ich immer Gruppen- oder Anlagenzugeordnete Netzteile, mit passender Auslegung verwenden. Damit erhöht man die Betriebssicherheit der gesamten Beleuchtungsanlage und vereinfacht die elektrische Ausrüstung wie ich meine. Auch kann die Verdrahtung entsprechend der zugehörigen Netzgeräteleistung im Querschnitt optimal ausgelegt werden.

    Gruß Michael

    Haustechnik UG: MS2, 7 Extensionen, WAGO 750er I/O-Module, 19"-Notbedienebene, EMA-Anlage
    ELT-Allgemein UG: MS1, 4 Extensionen Notbedienebene, RM+WM-Anlage, Mehrere Shellys
    Wohnung OG: MS1, 8 Extensionen, Notbedienebene, Mehrere Shellys
    Wohnung EG: konvent. E-Installation, Autarke EZR-Regelkreise (0-10V) für Stat.-HZG mit Aufschaltung (Schwellwert) des Heizkreises auf den Miniserver UG, Zeitsteuerung EG-Wohnung aus Miniserver UG). Mehrere Shellys
    LoxBerry-Nutzer: Stats4Lox,
    Testserver: 2xMS-GEN1

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